Heute lese ich einen Bericht und ich falle wie aus allen Wolken. Bin ich doch nicht auch diesem Wahnsinn verfallen, die Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Kann ich mich ebenfalls nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal den Kopf frei hatte von Arbeit und Verpflichtungen. Wo waren sie, meine Bedürfnisse. Es trifft es gut zu sagen, willkommen in der neuen Arbeitswelt. Wo aber liegt der Hund begraben, dass es uns immer passiert? Nach einem guten Kaffee und einem schon etwas trocken gewordenen Stück Osterreinling, kommt mir die Erleuchtung. Bin ich es doch selbst, der sich diesen Druck auferlegt und darunter leidet. Sucht man doch die Verantwortung immer gerne wo anders, nur selten vorerst bei sich selbst. Der Ausdruck „Eierkopf“ würde jetzt gut zur Osterzeit passen.
Die Kunst zur Selbstausbeutung ist schon beachtenswert, die daraus resultierende Ambivalenz ebenso. Da es zu mal nicht nur alleine zur Arbeitswelt passt, sondern auch zu unserer Freizeitgestaltung. Da erfreuen wir uns an der Arbeit, finden uns darin wieder und geben unser Ganzes. Im Gegensatz dazu, genießen wir heutzutage jegliche Freiheiten, mit welchen wir aber nicht gelernt haben, richtig umzugehen. Wir sind somit doch unabhängiger als einst in unserer Arbeitwelt und somit unser eigener Chef. Das Resultat wäre, dass wir uns selbst das Letzte abverlangen. Mein Leben wurde zu großen Teilen meine Arbeit, meine Bedürfnisse rückte ich unmerklich in den Hintergrund. Der äußere Zwang arbeiten zu müssen, wandelte sich zu einem inneren Zwang ab. Das wir arbeiten müssen liegt auf der Hand, aber wir können es uns aussuchen wo wir die Grenzen des äußerst Notwendigkeit setzen. Denn all unser handeln, hat auch eine unmittelbare Auswirkung auf uns selbst sowie auf unser Umfeld. Damit spreche ich das Prinzip von Ursache und Wirkung an. Arbeit macht einen erfolgreich, doch Erfolg kann uns auch ganz schön einsam machen. So wird mir bewusst, dass im schlimmsten Fall eine völlige Verarmung meines Privatlebens bevorstehen könnte. Es wäre überaus gut für mich zu lernen mein Basecamp aufsuchen, um die mir selbst geschaffene Ruhe auszuhalten und anzunehmen. Wer schon mal ein Burnout hatte, weiß von was ich spreche.